Gedanke
Die Gedanken von mir sind verschaltet und führen so bestenfalls zu einer eigenen Klarheit. Aus ihr resultiert der Verstand in einfacher Weise.
Die Vernunft eines Menschen ist dagegen etwas Höheres. Sie beinhaltet fast schon einen mystischen Rang.
Da habe ich nachgedacht. Die Gegebenheiten meines Daseins erscheinen mal und dann habe ich auch wieder unabhängige Momente erfahren. Gedanken kommen, Gedanken gehen.
Der eigene Arbeitsbereich hat eine innere Komponente. Was mir an Gedanken erscheinen möchte, das schätze ich sehr. Ich belasse es weitgehend so, wie es vorgekommen ist.
Manchmal ist der innere Spiegel aber auch trübe. Dann habe ich nichts mit mir anfangen können.
Solche Momente eignen sich wenig. Man ist gehemmt, möchte sich ausruhen. Da meide ich allen Aktionismus. Auch das Versagen wird ein energetisches Phänomen zur Ursache haben.
Mein Glaube an die Harmonielehre hat es in sich. Energetische Betrachtungen meide ich. Ich arbeite lieber mit kausalen Formulierungen für die gleichen Dinge.
Mein Auffassungsvermögen ist manchen Mitmenschen schon als mathematisch-naturwissenschaftlich geprägt vorgekommen. Aber ich bin darin nicht festgelegt.
Das Versagen von mir in schwierigen Zeiten ist kein Dauerzustand. Das nehme ich so an. Es ist eine Reaktion. Man muss auch mal scheitern können.
Gedanke
Eine Vervollständigung der Worte strebe ich bei der Erstellung meiner Schriften an. Die Texte sollten mir gefallen.
Ich verfolge bei Werk gewisse Routinen. Der von mir gegangene Weg orientiert sich am Möglichen, für das jetzt gerade eine Gelegenheit besteht.
Das führt zu gewissen Handlungsweisen. Ich arbeite regelmäßig an meinen Texten weiter. Das Zeitfenster dafür ist groß, aber es reichen die eigenen Ressourcen nicht aus. Ich kämpfe mit einem permanenten Mangel und weiteren Handicaps.
Irgendwann habe ich mir das Bekenntnis zum Handicap als Motto für mein Arbeiten auserkoren. Der denkbar schlechteste Zustand soll mein Ausgangspunkt sein. Ich beginne hier und suche meinen Weg auf den Gipfel.
Dokumentation
Aus Worten gebildet, aus Geschichten erschaffen - von solcher Art ist das Wesen der Welt.
Dieses Leben resultiert aus einem Dasein in ihr. Was mein Wesen als Mensch verkörpert, ist ein Resultat vorangegangener Zeiten. Das betrifft sowohl den inneren Bereich in diesem Leben als auch den vorangegangenen Bereich, das Erbe.
Das Erbe ist der unabänderliche Anteil dieses Lebens. Das ist wie ein Fundus. Man kann sich darauf beziehen oder man kann es lassen. In beiden Fällen wird man durch das eigene Erbe bedingt.
Diese Welt beinhaltet Dinge, die ihr zugehören. Das Gute davon lässt sich festmachen. Es hat auch eine Wertigkeit zu eigen, die mehr aufzeigt als nur den Zustand bloßer Existenz. Und man kann etwas zählen, was es gibt.
Da mache ich also drei Aspekte an jeder Sache fest, die in dieser Welt emaniert ist.
Die Zählbarkeit einer Sache erklärt ihr Vorkommen.
Die Existenz einer Sache führt zu einer ausdrücklichen Erscheinung in formeller Hinsicht.
Der Wert einer Sache erklärt ihre Erscheinungsweise, also ihre reaktiven Eigenschaften.
Da mache ich mir viel daraus.
Ich möchte meinen Texten dieses Schema zugrunde legen. Eine Sache ist dann gut für mich, wenn sie alle drei angegebenen Aspekte zugleich erfüllt.
Das Gute ist nun für mich eine Messschnur. Am Guten mache ich fest, dass etwas überhaupt vorhanden ist. Alles andere betrachte ich als obsolet.
Der Kenntlichmachung meiner Bezüge widme ich mich gerne und oft. Ich bezeichne meine Schriften als Flechtwerk. Die Staken und Holme, die ich in ihnen verflochten habe, ergeben einen Korb, aber immer auch ein Muster. Das sollte meiner Arbeit mehr oder minder genau entsprechen. Die Leistung dabei ist die wiederkehrende Bezugnahme auf etwas Reales. Der Umstand, dass ich stets solche Dinge wie einen Korb, einen Teppich oder einen Webrahmen zur Veranschaulichung meiner Sache wähle, sollte die Regularität der Überlegungen von mir bezeugen.
Alles gedeiht oder vergeht in dieser Welt. Die Erscheinungsweise ist klar. Alles besteht oder verkommt. Es ist wahr, dass es eh so kommt, wie es kommen muss. Darum lege ich mein Gewicht nicht auf die Beobachtung der Reaktionen. Sie sind für mich nicht so wichtig gewesen. Man würde eh nichts ändern können. Was erscheinen möchte, macht das auch.
Da benenne ich viel lieber die beständigen Dinge, auch die zugehörigen Prozesse. Für sie gibt es reguläre Formen, wie man sie darstellen sollte.
Es finden Prozesse statt, die ich als Transformation auffasse. Das Gegebene wandelt sich in seinem Bezug zu mir. Dabei bleibt es so, wie es ist.
Allein der Ansatz zum Begriff des Gegebenen lässt sich transformieren. Die Bezugssysteme sind zugänglich und erlauben Änderungen.
Da gebe ich der Einflussnahme Raum. Manches lädt sich auf, anderes wird aufgelöst. Die Einwirkdauer wird zur relevanten Größe.
Phänomenales
Ich bin ein Suchender.
Das bin ich schon immer gewesen. Ich rechne damit, dass ich auch weiterhin auf der Suche sein werde.
Alles ist gut. An dieser Sache setzt meine Arbeit an. Seit jeher haben Menschen die gleichen Gegebenheiten vorgefunden und etwas daraus gemacht.
Das habe ich so verstanden und darum an diese Sache geglaubt.
Da habe ich einen Gedanken. Ihn halte ich zurück. Er ist bei mir.
Gedanke
Im Leben hat sich zuweilen manches spontan emaniert. Es sollte mich nicht wundern, dass das so ist. Sobald etwas erscheint, was auf mich ungewohnt wirkt, kann ich unmittelbar reagieren. Meistens freut mich das.
Dokumentation
Mathias Schneider hat nach vielen Jahren des Arbeitens an seiner Kunstsache erkannt, dass es das eigene Werk ist, was ihn so stark in seinem Dasein bedingt.
Dem Werk hat er sich stets zugewendet. Er versucht nun, manches davon zu seinem Abschluss zu bringen.
Als Autor eines ganzen Baukastens an Textsammlungen und als Maler einiger Bilder möchte er etwas gelten. Er wird gerne vor Ihnen bestehen, wenn Sie das zulassen möchten.
Alles, was er schon einmal angepackt hat, möchte er zu etwas Gutem machen oder zumindest in dieses Bezugssystem des Guten einbinden. Er versucht zu klären, wie die einzelnen Werke sich zueinander verhalten.
Die Vereinheitlichung der Werke lässt sie reifen. Manches hat er bereits geschrieben oder ausgesprochen, was diese Werkschau gut ergänzt. Das Ganze davon sollte Ihnen sein Wirken näherbringen. Es ist ihm dabei um eine ruhige Sprechart gegangen. Bei der Darstellung seiner Dinge hat er sich Zeit gelassen und Mühe gegeben.
Schneider weiß um die eigenen Begrenzungen. Er hält die lineare Form der zeitlichen Verkettung weitgehend ein und versucht stets nur eine Sache für sich anzubringen. Dabei folgt er dem Plot eigener Gedanken.
Dokumentation
Der gerade bei mir vorkommende Weg möchte von mir verstanden werden. Dazu beschreibe ich ihn. Ich benenne die markanten Dinge, die mir an ihm aufgefallen sind.
Impuls
Nimm wahr, was gegeben ist.
Sei geradeheraus so, wie Du bist. Achte auf Klarheit, artikuliere gut.
Dokumentation
Wer sich etwas anschaut, nimmt es dazu auch gerne in die Hand.